12. Aktionstag der Migrationsberatung in Essen

Austausch über die Zukunft der Migrationsberatung in Essen

Am 29. September fand in Essen der jährliche Aktionstag der Migrationsberatungsdienste statt. Im Mittelpunkt stand der gemeinsame Austausch über die aktuelle Situation der Migrationsberatung und die Frage, wie die bundesgeförderten Beratungsangebote auch in Zukunft verlässlich finanziert werden können.

Gastgeber war in diesem Jahr der Jugendmigrationsdienst in Essen. An der Gesprächsrunde nahmen Vertreter der Migrationsberatungen von Diakonie, AWO, Caritas, PLANB und ViBB sowie Herr Lübbe vom Paritätischen und die Bereichsleitungen der beteiligten Träger teil. Als politischer Gesprächspartner war der Essener SPD-Bundestagsabgeordnete Ingo Vogel eingeladen.

Beratung erreicht viele Menschen in Essen

Zu Beginn stellten die Beteiligten die Arbeit des Jugendmigrationsdienstes und der Migrationsberatung für erwachsene Zuwander vor. Dabei wurden auch die Beratungszahlen aus dem Jahr 2025 präsentiert. Allein im Bereich der Migrationsberatung für erwachsene Zuwander wurden in Essen rund 1.200 Fälle durch insgesamt sieben Beratungsstellen beziehungsweise Stellenanteile begleitet.

Ein Schwerpunkt des Austauschs war die Finanzierung ab 2027. Die Beratungsstellen machten deutlich, welche Folgen finanzielle Unsicherheiten und mögliche Kürzungen im Bereich Migration und Integration für die Beratungsangebote und die dort Beschäftigten haben können.

In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die Frage, ob die Bedeutung der Migrationsberatung für Integration und Fachkräftegewinnung ausreichend wahrgenommen wird. Ingo Vogel machte deutlich, dass der Stellenwert dieser Arbeit aus seiner Sicht noch nicht überall die notwendige Aufmerksamkeit erhält.

Wirkung zeigt sich oft erst langfristig

Die Vertreter der Beratungsstellen betonten, dass sich der Erfolg von Migrationsberatung nicht immer kurzfristig messen lässt. Beratung kann langfristige Entwicklungen anstoßen: Familien werden stabilisiert, Kinder und Jugendliche erhalten bessere Zugänge zu Bildung und Ausbildung und Menschen werden dabei unterstützt, ihren Platz in Gesellschaft und Arbeitsleben zu finden.

Auch aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen sowie der zunehmende Druck im Bereich Migration und Integration wurden thematisiert. Ingo Vogel sagte zu, die Erfahrungen, Sorgen und konkreten Beispiele aus der Praxis mit nach Berlin zu nehmen.

Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, gelungene Integration und die langfristigen Erfolge der Beratungsarbeit sichtbar zu machen. Der Aktionstag bot dafür eine gute Gelegenheit und schuf Raum für einen offenen und konstruktiven Austausch zwischen Beratungsstellen, Trägern und Politik.

Vielen Dank an den Jugendmigrationsdienst für die Organisation, die Gastfreundschaft und die Verpflegung sowie an alle Beteiligten für den offenen und lebendigen Austausch.