Wenn aus Verantwortung Sicherheit wird
Im KUBE – Das Sprachcafé in Essen-Kray hat am 20. April die neue Schulung für Verwandtenpflegeeltern nach § 33 SGB VIII begonnen.
Gemeinsam entwickelt wurde das Angebot vom Sprachcafé, dem Jugendamt Essen (UMA-Fachgruppe) und dem SKF. Aktuell nehmen rund 30 Verwandtenpflegefamilien an der Schulung teil. Viele der Angehörigen übernehmen eine große Verantwortung: Sie begleiten unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) im Alltag, geben ihnen Sicherheit, Orientierung und ein familiäres Umfeld. Genau hier setzt die Schulung an mit fachlicher Unterstützung, praktischen Informationen und vor allem mit dem Ziel, die Familien in ihrer wichtigen Rolle zu stärken.
Die Qualifizierung umfasst insgesamt 12 Module à 90 Minuten und wird mehrsprachig angeboten, damit möglichst viele Familien unkompliziert teilnehmen können. Durch das Rotationsprinzip können verpasste Termine flexibel nachgeholt werden. Thematisch geht es unter anderem um die Grundlagen des SGB VIII, Pflegevereinbarungen, Asyl- und Aufenthaltsrecht, Traumaarbeit sowie Konflikt- und Krisenmanagement. Auch Fragen rund um Schule, Beruf, kulturelle Vielfalt und die Verselbstständigung der Jugendlichen werden gemeinsam behandelt.
Besonders lebendig wird die Schulung durch die unterschiedlichen Perspektiven der Dozierenden. Je nach Thema begleiten pädagogische Fachkräfte des Sprachcafés, Mitarbeitende der Wirtschaftlichen Jugendhilfe, Fachkräfte aus der Asylverfahrensberatung für UMF sowie Berater:innen aus dem Team Pflegefamilien die Module. Auch die UMA-Fachgruppe des Jugendamtes bringt sich aktiv ein und steht den Familien bei Austauschtreffen unterstützend zur Seite.
Doch neben den fachlichen Inhalten geht es vor allem auch um Begegnung. Nach jedem dritten Modul findet ein gemeinsames Austauschtreffen statt – mit Zeit für Gespräche, persönliche Erfahrungen und gegenseitige Unterstützung. In angenehmer Atmosphäre entstehen Verbindungen zwischen Menschen, die oft ähnliche Herausforderungen erleben. Und natürlich dürfen dabei Snacks und Getränke nicht fehlen.
Mittlerweile hat bereits das dritte Modul stattgefunden. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigen, wie wertvoll das Angebot für viele Familien ist. Die Schulung wird als praxisnah, hilfreich und stärkend erlebt – aber vor allem als ein Ort, an dem man offen sprechen kann, Verständnis erfährt und merkt: Man ist mit seinen Fragen und Herausforderungen nicht allein.

