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Systemisches kultursensibles
Anti-Gewalt-Training

SKAT

Im Jahr 2022 sind die erfassten Körperverletzungen im Land NRW um 24 Prozent auf 142.000 Fälle gestiegen. [1] Für viele Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familiensysteme gehören Gewalterfahrungen, Mobbing, ethnische Diskriminierung und andere Ausgrenzungen zum Lebensalltag. Friedliche Regeln zur Konfliktlösung werden häufig nicht beherrscht oder beachtet und das Ausmaß der Übergriffe belastet nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter:innen selbst.

Unterstützung für potenzielle Täter:innen

Deswegen ist es wichtig, den (potenziellen) Täter:innen eine passende Unterstützung zu bieten. PLANB Ruhr gGmbH hat ein systemisches und interkulturelles Anti-Gewalt-Training entwickelt, welches das Ziel verfolgt, die Teilnehmer:innen dabei zu unterstützen, das eigene Verhalten zu kontrollieren, Provokationen zu widerstehen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Die Teilnehmer:innen sollen dahingehend bestärkt werden, dass sie Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen und neue Handlungsalternativen erarbeiten.

Förderung interkultureller Kompetenzen

Die interkulturellen Kompetenzen, gegenseitige Teamfähigkeit und Empathie werden gefördert. So werden die Teilnehmer:innen motiviert, in Kooperation und mit Rücksicht auf ihre Umwelt Konflikte konstruktiv zu lösen. Um diese Kompetenzen zu vermitteln, bedarf es eines sensiblen Umgangs mit allen Teilnehmer:innen aus jedem Kulturkreis und jeder Lebenssituation. Kulturelle Zugangs- und Sprachbarrieren werden durch unser interkulturell aufgestelltes Team überwunden.

Zielgruppe

Das Training richtet sich an Eltern und Familien, die Schwierigkeiten haben, Konflikte konstruktiv zu lösen. Sie begegnen einer Grundproblematik im Umgang mit anderen und müssen in dieser gestärkt werden. Ihr Verhalten äußert sich zum Beispiel darin, dass sie schnell aufbrausend werden, eigene Emotionsausbrüche nicht gut kontrollieren können, impulsiv reagieren oder sich aggressiv zeigen.

Das Training richtet sich an gewaltbereite oder schon straffällig gewordene Zielgruppen, die in folgenden Bereichen der Gewalt auffällig geworden sind:

  • häusliche Gewalt
  • aggressives oder impulsives Verhalten
  • niedrige Frustrationstoleranz
  • Eskalationspotenzial
  • Mobbing
  • Gewaltbereitschaft
  • Diebstahl
  • Erpressung
  • körperliche oder psychische Gewalt
  • Körperverletzungen
  • Raubdelikte
  • Bedrohung
  • Nötigung
  • Sachbeschädigung
  • etc.

Nicht aufgenommen werden können Kinder/Jugendliche/Eltern mit schwerwiegenden, manifesten psychischen Erkrankungen sowie mit akuter Alkohol- oder Drogenabhängigkeit.

Konzeption

Das Training ist für folgende Zielgruppen und Settings konzipiert:
Gruppen à 5 bis 8 Teilnehmer:innen

  • 18–21 Jahre | junge Erwachsene
  • Eltern

Einzelsetting

  • junge Erwachsene ab 18 Jahre und Eltern

Individuelle und bedarfsorientierte Unterstützung

Individuelle und bedarfsorientierte Unterstützung stehen bei uns im Mittelpunkt des Trainings. Deswegen wird in jedem Einzelfall bewertet, welche Inhalte und Methoden in der jeweiligen Gruppe umgesetzt werden. Statt einem strikten Plan zu folgen, werden flexibel, spontan und individuell eine passende Herangehensweise und passende, für die Teilnehmer:innen aktuelle Inhalte für jede Trainingseinheit vorbereitet bzw. in der Trainingseinheit behandelt. Bei Bedarf wird auch Einzelcoaching oder Familientraining mit Gruppenangeboten zusammen oder in Abwechslung wahrgenommen.

Ziele und inhalte

Unser Ziel ist es, durch eine passgenaue und kreative Herangehensweise die optimale Unterstützung und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Deswegen können mehrere Modulinhalte in einem Training kombiniert werden. Das Training fördert und intensiviert die eigenen Stärken der einzelnen Teilnehmer:innen und soll sowohl den Blickwinkel als auch das Verständnis der Kinder und Jugendlichen für ihre Lebenswelt durch erlebnispädagogische Übungen erweitern. Unser Ziel ist es vor allem, die Teilnehmer:innen so zu stärken, dass sie in bestimmten Situationen auch ohne Gewalt sicher handeln können. Im Vordergrund steht die konfrontative Pädagogik.

Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlage

Das Training wird im Rahmen der Sozialen Gruppenarbeit nach §29 der SGB VIII durchgeführt und kann mit richterlicher Weisung (unter anderem nach §10 JGG) oder im Rahmen der Ableistung von Sozialstunden wahrgenommen werden. Für Familien und einzelne Teilnehmer:innen mit Sprachbarrieren kann das Training auch in anderen Sprachen angeboten werden.

Das Training umfasst 20 Einheiten à 2 Stunden. Die Termine sind flexibel und im Nachmittagsbereich angesetzt.

[1] Vgl. Landesregierung NRW: https://www.land.nrw/pressemitteilung/nach-corona-statistik-zuwaechse-bei-diebstahl-und-koerperverletzung

Ansprechpartnerin

K. Kirberg

K. Kirberg

Trainerin | Teamleitung Präventionsteam

staatliche anerkannte Erzieherin

Soziale Arbeit (B. A)

Systemische Anti-Gewalt-Trainerin (SAGT® )

Systemischer Kinder- und Jugendcoach

Sprachen: Deutsch, Russisch, Englisch

K. Boldrew

K. Boldrew

Fachbereichsleitung Bildung und Prävention

Erziehungswissenschaftlerin (M. A.)

Deutsch, Russisch, Ukrainisch, Englisch

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